Lecture Series
Do. 16 Juni 2016 | 18:00–19:30

Gewaltkulturen im (post-)sowjetischen Raum: Der Ukrainekrieg und die Krise des russischen Staates (1979-2015)

Jan C. Behrends (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam); Chair: Werner Benecke (Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder))

Collegium Polonicum, (Kleine Aula), Ul. Kościuszki 1, 69-100 Słubice

Der Vortrag diskutiert die Beziehung zwischen russischer Innenpolitik – der Machtsicherung der herrschenden Eliten – und dem Krieg in der Ukraine. Außerdem wird erläutert, in welcher Beziehung der Krieg im Donbas zu den sowjetischen und post-sowjetischen Kriegen in Afghanistan und Tschetschenien steht. Abschließend wird die Frage gestellt, wie physische Gewalt und autoritäre Herrschaft die postsowjetische Epoche geprägt haben.

Jan C. Behrends ist seit 2005 Lehrbeauftragter für neueste und osteuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin sowie der Humboldt-Universität zu Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze u.a. zu Fragen von Propaganda und Öffentlichkeit in der Diktatur, zur Legitimation von Staatlichkeit im 20. Jahrhundert, zu physischer Gewalt und zum Metropolenvergleich, so zum Beispiel im Buch Povsednevnaja žizn' pri socializme. Nemeckie i rossiiskie podchody (Alltagsleben im Sozialismus. Deutsche und russische Annäherungen), das er mit Vera Dubina und Andrej Sorokin herausgegeben hat. Seit 2014 beschäftigt er sich in zahlreichen Publikationen mit dem Krieg in der Ukraine und der Krise des russischen Staates. Behrends ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), der Association for Slavic, East European and Eurasian Studies (ASEEES) und des deutschen Historikerverbandes.

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